Rückblick 2018

Die Zeit vergeht doch wirklich wie im Flug! Kaum haben wir dem Sommer den Rücken gekehrt, schon steht das neue Jahr vor der Tür. Und weil die ersten grauen Wolken und frostigen Temperaturen bekanntermaßen die Phase der alljährlichen Selbstreflektion einläuten, nutzen auch wir die Gelegenheit, um uns zum Jahresende noch einmal den Spiegel vor Augen zu halten. Was lief gut und was ist verbesserungswürdig? Wir haben die schönsten Momente zusammengefasst, um mit Euch in wundervollen Erinnerungen zu schwelgen und motiviert, sowie mit vielen guten Vorsätzen in das Jahr 2019 zu starten! 

Wenn sich rund 20.000 Gleichgesinnte an einem sonnigen Donnerstagnachmittag im Juli mit dem Ufo an den Strand des Bergheider Sees beamen lassen, kann man sicher sein, dass die folgenden fünf Tage wild werden. Die Begrüßung der fernen Galaxie folgte prompt in Form ausschweifender Sets von Künstlern wie Oliver Koletzki, Marcus Meinhardt, Dirty Doering, Kim Ann Foxman, Moonbootica, Heimlich Knüller und Kollektiv Ost. Spätestens jetzt konnte sich auch der letzte Erdling nicht mehr seinem Schicksal entziehen. Es war Zeit loszulassen und sich den Vibes und Emotionen der kommenden Tage vollends hinzugeben.

Zwischen hoher Düne, tiefem Moor und Steele, eingetaucht in bunte Nebelfelder, fanden Tanzwütige auch abseits des Strandes ein vertrautes zu Hause. Mit Yetti Meissner, Henning Baer, FJAAK, Niconé und Schleppgeist wurde bis in die frühen Morgenstunden das Dasein zelebriert, während Freunde des roten Planeten am anderen Ende unseres Kosmos zu Einmusik, Stimming, Format:B oder Erobique durch die raue Mondlandschaft steppten.

Inmitten grüner Palmen und pinker Flamingos gab’s in Miami Kreuzberg als Kontrastprogramm urbanen Sound zum Mitsingen, bevor es früher oder später einen jeden in die offen Arme der Endlos Crew zu treiben schien. Bei Monolink, Pauli Pocket, Stefano Ritteri und Ron Flatter gingen so Tage und Nächte fast nahtlos ineinander über.  

Doch das Feel Festival ist Heimat elektronischer- und handgemachter Musik gleichermaßen. So wurde unsere Mainstage Schauplatz eines grandiosen Wochenend-Auftakts mit den Beatsteaks und vieler weiterer Acts wie Trettmann, Antje Schomaker,BRETT,  Faber, FIL BO RIVA, Giant Rooks, Isolation Berlin, Leoniden, Milliarden, SXTN und Zugezogen Maskulin. Den ruhigen Ausgleich boten zahlreiche Singer-Songwriter, die das Wohnzimmer nahe der Strandkante in einen gemütlichen Ort des Zusammenkommens verwandelten.

Aber auch die stärksten Beine brauchen irgendwann eine Pause und was bietet sich da besser an, als den müden Füßen bei einer unserer vielen Workshops und Diskurse eine Pause zu gönnen. Ob künstlerisch im Drink & Draw Camp, achtsam mit dem Soneiro Collective zwischen Klang Yoga und Musikmeditation oder politisch bei Vorträgen und Lesungen. Jeder war eingeladen sich aktiv einzubringen, mitzumachen oder einfach nur aufzusaugen, um das Wochenende mit viel Inspiration und neuen Erfahrungen zu verlassen.

Alle Abenteuerlichen konnten sich mit Dominik Eulberg bei einer Nachtwanderung auf die Spuren der Bergheider Fledermäuse begeben, am Autoscooter und Kettenkarussell alte Zeiten aufleben lassen, oder bei unserer Kinonacht der Floorbekanntschaft des letzten Abends näher kommen. Der Zirkus lud zu atemberaubenden artistischen Performances ein und auch den frischen Haarschnitt gab’s noch vor Ort, um die Spuren des ausschweifenden Wochenendes verschwinden zu lassen. So konnte man, wenn auch wehmütig, zumindest mit schnieker Friese die Heimreise antreten.

Trotz all der intensiven Vorbereitungen und monatelanger Planungen, in welche wir jedes Jahr auf’s Neue viel Zeit und Herzblut investieren, gibt es immer einige Baustellen, die es heißt zu erkennen und zu bewältigen. Eine Neuerung zur Bekämpfung einer unserer wohl größten Herausforderungen war die Wiedereinführung des Müllpfandes. Abfall und liegengelassene Gegenstände sind ein ernstes und wiederkehrendes Problem, das uns nicht nur finanziell belastet, sondern auch die wunderbare Natur nachhaltig strapaziert.

Viele Überreste sind im sandigen Boden trotz wochenlanger Aufräumarbeiten nur schwer zu beseitigen und bringen selbst unseren eingespielten Aufräumtrupp an seine Grenzen.Zwar konnten wir durch die Wiedereinführung eine positive Entwicklung erkennen, diese reicht uns aber noch nicht aus! Wir haben uns daher entschieden, den Müllpfand in 2019 auf 10 Euro zu erhöhen, die Infrastruktur weiter zu verdichten und in diesem Zuge noch mehr Abfallbehälter und Müllabgabestationen zur Verfügung zu stellen. Ein besonderer Dank geht hier an die vielen freiwilligen Helfer, die sich in diesem Jahr vermehrt der Aufgabe angenommen haben, das Festival auch während der Veranstaltung sauber zu halten! Lasst uns achtsam sein und die ansässige Flora und Fauna schützen. Nur so kann uns dieser tolle Ort langfristig erhalten bleiben.

Es wird immer eine Gratwanderung bleiben, Euren Erwartungen, unseren Ansprüchen und den Auflagen der Behörden gerecht zu werden. Doch mit all der Unterstützung, die wir durch die Besucher, Kollektive, Künstler und Helfer erfahren, nehmen wir uns dieser Herausforderung mit vollster Leidenschaft an. Ihr habt Anregungen, Kritik oder Ideen? Teilt sie uns mit, denn nur so können wir wachsen!

Wir werden uns nun die Zeit nehmen Inspirationen auszuarbeiten, um einerseits die vertraute Atmosphäre des Feels beizubehalten und trotzdem mit neuen Anregungen und Ideen ein aufregendes Feel Festival 2019 zu realisieren.

Danke für alles und bis ganz bald!
Eure Feel Crew